Star Trek: Die Filme – der ultimative Wegweiser durch 13 Kinofilme und zwei Zeitlinien
Ein Kollege fragte mich neulich, ob er mit Star Trek anfangen soll – und ob er die alten Filme überhaupt braucht, wo es doch die neuen mit Chris Pine gibt. Ich habe ihm eine Liste geschickt. Er kam zwei Tage später zurück und sagte, er habe nach dem dritten Film aufgegeben, weil er nicht mehr wusste, welcher Kirk jetzt eigentlich der richtige ist. Genau da liegt das Problem: Star Trek: Die Filme sind nicht eine Reihe, sondern zwei, und sie widersprechen sich gegenseitig.
Wer das einmal verstanden hat, für den sortiert sich alles. Wer nicht, verzettelt sich in Kirk, Spock, Nero und einem schwarzen Loch.
Wichtige Erkenntnisse
- Es gibt 13 Kinofilme, aufgeteilt auf zwei getrennte Zeitlinien: die klassische (Prime) und die Kelvin-Zeitlinie ab 2009.
- Die Prime-Filme laufen in einer festen inneren Chronologie, die nicht der Reihenfolge der Kinostarts entspricht, wenn man die Serien mitzählt.
- Die Kelvin-Filme sind ein Reboot mit neuer Besetzung, kein Prequel – sie erzählen dieselben Figuren in einer veränderten Vergangenheit.
- Ein Neueinstieg funktioniert am besten mit einem einzigen Film, nicht mit einer kompletten Liste.
- Die alten Filme sind billiger produziert und dialoglastiger – das ist kein Makel, sondern der Grund, warum viele Fans sie bis heute verteidigen.
- Ein neuer Film ist seit Jahren angekündigt, aber wieder und wieder verschoben worden.
Warum es zwei Star-Trek-Zeitlinien gibt und was das für Sie bedeutet
Die klassische Prime-Zeitlinie beginnt in den 1960er Jahren mit der Originalserie (in Deutschland als Raumschiff Enterprise bekannt) und führt über sechs Kinofilme mit der alten Crew um Captain Kirk. Danach kommen vier Filme mit der Crew von Das nächste Jahrhundert, also Picard und seine Leute.
Und dann kam 2009 J.J. Abrams.
Der Bruch von 2009
Abrams drehte keinen siebten Kirk-Film, sondern schrieb die Geschichte neu. In Star Trek von 2009 reist ein romulanischer Schurke namens Nero in die Vergangenheit, tötet Kirks Vater und verändert damit alles, was danach folgt. Das Ergebnis ist eine neue, parallele Zeitlinie: die Kelvin-Zeitlinie, benannt nach dem Schiff, auf dem Kirk geboren wird.
Das ist keine Kleinigkeit. Es bedeutet: Alles, was Sie aus den alten Filmen kennen, ist in dieser neuen Linie entweder nie passiert oder anders passiert. Wer die neuen Filme mag, muss die alten nicht kennen – und umgekehrt.
Die beiden Zeitlinien im Vergleich
| Merkmal | Prime-Zeitlinie | Kelvin-Zeitlinie |
|---|---|---|
| Filme | 10 (1979–2002) | 3 (2009–2016) |
| Kirk-Darsteller | William Shatner | Chris Pine |
| Spock-Darsteller | Leonard Nimoy | Zachary Quinto |
| Ton | dialoglastig, philosophisch | actionorientiert, schnell geschnitten |
| Einstieg für Neueinsteiger | nur mit Vorkenntnissen sinnvoll | ohne Vorkenntnisse verständlich |
| Status 2026 | abgeschlossen | offiziell noch nicht beendet |
Die Tabelle ist bewusst grob. Sie erklärt aber in zehn Sekunden, was viele Übersichten verschweigen.
Star Trek: Filme Reihenfolge – chronologisch oder nach Erscheinungsjahr?
Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, und ehrlich gesagt: Die Antwort hängt davon ab, was Sie suchen. Wollen Sie die Handlung verstehen? Dann chronologisch. Wollen Sie verstehen, wie die Reihe sich entwickelt hat? Dann nach Erscheinungsjahr.
Die Prime-Filme in innerer Chronologie
- Star Trek: Der Film (1979)
- Der Zorn des Khan (1982)
- Auf der Suche nach Mr. Spock (1984)
- Zurück in die Gegenwart (1986)
- Am Rande des Universums (1989)
- Das unentdeckte Land (1991)
- Treffen der Generationen (1994)
- Der erste Kontakt (1996)
- Der Aufstand (1998)
- Nemesis (2002)
Diese zehn laufen tatsächlich in dieser Reihenfolge, sowohl chronologisch als auch nach Erscheinungsjahr. Das ist bei Star Trek der einzige Bereich, wo beides zusammenfällt. Kompliziert wird es erst, wenn Sie die Serien mitzählen – dann liegen nämlich Handlungsstränge von Deep Space Nine und Voyager mitten zwischen den Kinofilmen.
Für einen reinen Filmeinstieg können Sie das ignorieren. Ich habe jahrelang behauptet, man müsse die Serien kennen, um die Filme zu verstehen. Nachdem ich einen Freund die Kirk-Filme ohne eine einzige Folge Raumschiff Enterprise habe durchschauen lassen, muss ich zugeben: Es funktioniert. Man verpasst Nuancen, aber keine Handlung.
Die neuen Filme: Star Trek (2009), Into Darkness und Beyond
Die Kelvin-Reihe besteht aus drei Filmen, und sie ist die einfachste Empfehlung für alle, die mit modernem Kino aufgewachsen sind.
Star Trek (2009)
Der Einstieg. Erzählt, wie Kirk und Spock sich kennenlernen – in einer Zeitlinie, in der nichts so läuft wie erwartet. Der Film hat mich damals ehrlich überrascht: Ich ging mit Skepsis rein und kam mit dem Gefühl raus, dass Abrams die Figuren verstanden hat, auch wenn er sie neu gezeichnet hat. Leonard Nimoy spielt übrigens mit, was den Übergang zwischen den Zeitlinien sehr elegant macht.
Star Trek Into Darkness (2013)
Hier wird es kontrovers. Der Film zitiert einen der berühmtesten Prime-Filme fast wörtlich – und wer Der Zorn des Khan kennt, sieht das kommen. Ob das clever oder faul ist, darüber streiten Fans seit über einem Jahrzehnt. Meine Meinung: Es ist eine schöne Hommage, die den Neuling im Kinosessel kalt lässt, weil er den Verweis nicht bemerkt.
Star Trek Beyond (2016)
Der Ausreißer der Reihe, weil Justin Lin Regie führte und der Film wieder mehr auf das Ensemble setzt statt auf einen einzelnen Schurken. Persönlich halte ich ihn für den stärksten der drei – er fühlt sich am meisten nach Star Trek an, obwohl er der actionreichste ist. Das klingt widersprüchlich. Ist es auch.
Star Trek Film 1: Wo fange ich an?
Die häufigste Frage, und die ehrlichste Antwort lautet: nicht mit dem ersten. Star Trek: Der Film von 1979 ist langsam, fast meditativ, und dreht sich um eine Wolke namens V'ger, die auf die Erde zusteuert. Für Fans ein Klassiker. Für Neueinsteiger nach heutigen Sehgewohnheiten eine Geduldsprobe – ich habe drei Anläufe gebraucht, um ihn einmal durchzuschauen, und ich bin niemand, der bei alten Filmen schnell aufgibt.
Mein Rat, wenn Sie mich fragen und ich mich festlegen muss:
- Wenn Sie Action und moderne Optik wollen: Starten Sie mit Star Trek (2009).
- Wenn Sie bereit sind, sich auf ruhiges Erzählen einzulassen: Der Zorn des Khan (1982) ist der beste Einstieg in die klassische Ära – man versteht ihn auch ohne die Vorgänger.
- Ganz falsch: mit Nemesis anfangen.
Drei Optionen, nicht dreißig. Das ist Absicht. Die meisten Listen erschlagen den Leser mit Vollständigkeit und vergessen, dass er nur eine Entscheidung treffen will.
Wo kann man die Star-Trek-Filme in Deutschland sehen?
Die Verfügbarkeit wechselt ständig – das ist der Punkt, an dem jede schriftliche Übersicht schnell veraltet. Was ich sagen kann: Ein Teil der Filme liegt bei den großen Abodiensten, andere tauchen immer wieder bei werbefinanzierten Plattformen auf, und einzelne Titel verschwinden monatelang ganz, weil Lizenzen auslaufen. Wenn Sie einen bestimmten Film suchen, prüfen Sie ihn am besten direkt bei einem Streaming-Suchdienst, statt sich auf einen Blogpost von letztem Jahr zu verlassen.
Für die alten Prime-Filme lohnt sich außerdem der Blick auf Blu-ray-Boxen. Nicht aus Nostalgie – sondern weil Sammelboxen oft günstiger sind als ein einzelner digitaler Kauf, und weil die alten Filme in überarbeiteten Fassungen vorliegen, die auf kleinen Bildschirmen deutlich besser aussehen als die Kinoversion, die ich damals auf VHS gesehen habe.
Wie geht es mit den Star-Trek-Filmen weiter?
Seit Beyond ist kein Kinofilm mehr erschienen. Es gab mehrere Ankündigungen für einen vierten Kelvin-Film, dazu wechselnde Regisseure und Drehbuchautoren, und immer wieder wurde ein Starttermin genannt und dann verschoben. Das ist kein Geheimnis, sondern ein seit Jahren öffentlich geführtes Hin und Her.
Ob daraus 2026 noch etwas wird, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann: Die Reihenfolge, die ich oben aufgeschrieben habe, wird sich dadurch nicht ändern. Sie können in Ruhe anfangen.
Brauche ich die Serien, um die Filme zu verstehen?
Nein. Die Kinofilme sind so geschrieben, dass sie ohne Serienvorkenntnisse funktionieren. Wer die Serien kennt, versteht mehr Andeutungen – besonders bei Treffen der Generationen und Der erste Kontakt – aber niemand steht vor einem Rätsel, wenn ihm eine Figur unbekannt ist.
Welcher Star-Trek-Film ist der beste?
Unter Fans gibt es zwei Lager, die sich seit Jahrzehnten nicht einig sind: Der Zorn des Khan und Der erste Kontakt. Ich stelle mich auf die Seite von Der Zorn des Khan, weil er ohne Trickaufwand auskommt und trotzdem mehr Spannung aufbaut als die meisten heutigen Blockbuster. Das ist kein objektives Urteil, sondern meines, und darüber dürfen Sie gerne streiten.
Gehören die neuen Filme zum selben Universum wie die alten?
Ja und nein. Sie spielen im selben erzählerischen Rahmen, aber in einer abgetrennten Zeitlinie, die durch Neros Eingriff entstanden ist. Deshalb können dieselben Figuren auftreten, ohne dass die alten Ereignisse ungültig werden.
Was mich an diesen dreizehn Filmen bis heute fasziniert, ist weniger die Handlung als die Tatsache, dass sie über vierzig Jahre auseinanderliegen und trotzdem dieselbe Frage stellen: Wie geht man mit etwas um, das man nicht kontrollieren kann? Die alte Crew antwortete mit einem langen Gespräch. Die neue mit einem Sprung durchs All. Vielleicht ist das der ehrlichste Unterschied zwischen den beiden Zeitlinien – nicht die Besetzung, nicht das Budget, sondern die Geduld, die man den Figuren zugesteht.
Wenn Sie sich für eine der beiden entscheiden, entscheiden Sie sich nicht gegen die andere. Sie wählen nur, welche Frage Sie zuerst hören wollen.